Aufruf zur Demonstration

Wir machen auch ohne Zähne das Maul auf - Gegen Polizeigewalt!

Beginn am 10.07.09 um 21:00 Uhr
Südkurvenvorplatz Millerntorstadion

Kundgebung ca. 21:30 Uhr Neuer Pferdemarkt

Marschroute: Budapester Str. – Neuer Pferdemarkt – Schulterblatt – Altonaer Str. – Schanzenstraße – Neuer Pferdemarkt – Budapester Str.

Abschlusskundgebung ca. 22:30 Uhr vorm Jolly Roger, Budapester Str. 44


Spendenkonto

Stichwort: Jolly Roger
Bankleitzahl: 20690500, Sparda Bank Hamburg
Kontonummer: 0004033256
Inhaber: Roger Hasenbein


Pressemitteilung

Massenpanik: Polizei stürmt FC St. Pauli Fankneipe


Hamburg, 7. Juli 2009: Vier ausgeschlagene Zähne, schwere Stauchungen und Prellungen, Massenpanik sowie dutzende Gäste, die sich aufgrund von Reizgas übergeben - das ist die Bilanz eines massiven Polizeieinsatzes in der FC St. Pauli Fankneipe Jolly Roger in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli 2009.

Knapp 100 Gäste feierten eine friedliche Geburtstagsparty als sich gegen 1:30 Uhr zwei Wasserwerfer und mehrere Züge der Polizei vor der Gaststätte in Stellung brachten.

Obwohl von der Menge der Gäste keinerlei gewalttätige Provokationen gegenüber den Polizeibeamten ausgingen, kam es nur kurze Zeit später zu mehreren unangekündigten Schlagstock-, Reizgas- und Wasserwerfereinsätzen. Diese gipfelten in einer gewaltsamen Erstürmung der Lokalität, in der etwa 60 der Gäste Schutz gesucht hatten.

Stephan Delius, Geschäftsführer des Jolly Roger: "Innerhalb von wenigen Minuten war die ganze Bar voll mit Reizgas. Die Gäste sind in Panik auf die Toiletten und ins Getränkelager in den Keller geflüchtet, vermummte Polizisten mit Schlagstöcken hinterher. Wir sind immer noch total geschockt und fassungslos." Ulrike Swadzba war mit knapp 30 weiteren Gästen im Keller: "Wir standen da und konnten nicht raus. Oben im Laden hat man keine Luft mehr bekommen und vor der Tür hielten die Wasserwerfer drauf. Wen hätten wir denn anrufen sollen? - 110?" Auch ein Presseausweis hielt die Beamten nicht davon ab, einem anwesenden Journalisten mit Schlagstockgewalt vier Zähne auszuschlagen, wie bereits von Spiegel online am gestrigen Montag berichtet.

Der Zweck des Einsatzes bleibt nach wie vor unklar: weder wurden Festnahmen getätigt noch Personalien aufgenommen. Außer Verletzten und Erzeugung von Panik hatte dieses Vorgehen offensichtlich kein Ziel. Tay Eich, Aufsichtsratsmitglied des FC St. Pauli: "Der Polizeieinsatz am und im Jolly Roger ist vollkommen inakzeptabel und muss lückenlos aufgeklärt werden."

Knapp 100 Betroffene trafen sich am vergangenen Montagabend im Jolly Roger, um die Geschehnisse zu reflektieren und weitere Schritte einzuleiten. Als erste Sofortmaßnahme wurde für die medizinische und rechtliche Unterstützung der Geschädigten ein Spendenkonto eingerichtet. Des Weiteren ist für den kommenden Freitag, den 10.7.2009 nach dem Freundschaftsspiel des FC St. Pauli gegen "Hearts of Midlothian" eine Demonstration geplant.

Ballkult e.V.
AFM
AGIM
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